Rückgang der Rohstoffpreise (EPS): Ursachen, kurzfristige Volatilität und mittelfristige Prognose für das 2. Halbjahr 2026

2026-04-02

EPS-Rohstoffpreise: Aktueller Rückgang und Trendprognose für die nächsten 3–6 Monate (2026)

Die globalen Rohstoffpreise für expandierbares Polystyrol (EPS) sind seit Ende 2025 deutlich gesunken, mit einem kumulierten Rückgang von 18–25 % in den wichtigsten Märkten bis Anfang März 2026. Dieser Abwärtstrend, der durch Anpassungen der Rohstoffkosten, Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage sowie makroökonomische Belastungen bedingt ist, hat bei den Akteuren der Branche Besorgnis ausgelöst. Dieser Artikel analysiert die Hauptursachen des aktuellen Preisrückgangs und prognostiziert die Entwicklung für die nächsten 3–6 Monate (April–September 2026). Er bietet damit praxisrelevante Erkenntnisse für Exporteure, Hersteller und Abnehmer.

Aktueller Preisrückgang: Wichtigste Fakten und regionale Trends

Der Preisrückgang war in Asien, dem weltweit größten EPS-Markt, am deutlichsten zu spüren, mit Auswirkungen auf Europa und Nordamerika. Stand März 2026: – China: Die Referenzpreise fielen gegenüber Dezember 2025 um 26 % auf 6.800–7.200 Yuan/Tonne; die Exportpreise sanken im Jahresvergleich um 10,42 % auf 1.160 US-Dollar/Tonne, da die Hersteller eine Strategie des Mengenrabatts verfolgten, um ihre hohen Lagerbestände (1,2 Millionen Tonnen, ein Fünfjahreshoch) abzubauen. – Südostasien: Die vietnamesischen FOB-Preise für chinesisches EPS fielen aufgrund der schwachen lokalen Nachfrage um 21,6 % auf 980 US-Dollar/Tonne. – Europa: Die CIF-Rotterdam-Preise sanken angesichts der rückläufigen Bautätigkeit um 20,5 % auf 1.050 Euro/Tonne. – Nordamerika: Die US-FOB-Preise gingen aufgrund des Importwettbewerbs und der schwachen Nachfrage nach Verpackungen um 15–18 % zurück.
Die nachgelagerten Käufer haben eine abwartende Haltung eingenommen und ihre Käufe verzögert, um von weiteren Preisrückgängen zu profitieren, während die globalen Hafenbestände im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 32 % gestiegen sind, was das Überangebot verschärft.

Hauptgründe für den Preisrückgang

Der aktuelle Abwärtstrend beruht auf drei miteinander verbundenen Faktoren:

1. Reduzierung der Rohstoffkosten

Der Preis für Styrolmonomer – das 70–75 % der EPS-Produktionskosten ausmacht – ist im ersten Quartal 2026 weltweit um 16–18 % gesunken. Dies ist auf einen globalen Styrol-Angebotsüberschuss (Kapazitätswachstum von 8,3 % im Jahr 2025, angeführt von China) und eine Korrektur der Rohölpreise (Brent fiel Ende März von 99,05 US-Dollar pro Barrel auf 82–88 US-Dollar pro Barrel) zurückzuführen, wodurch die Produktionskosten sanken.

2. Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage

Die weltweite EPS-Produktionskapazität erreichte 2025 18,5 Millionen Tonnen, bei einer Auslastung von lediglich 66,5 % – was einen Überschuss von über 5 Millionen Tonnen ergibt. China ist für 63 % dieses Überschusses verantwortlich. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage in den nachgelagerten Bereichen schwach: Der Bausektor (45 % der EPS-Nachfrage) befindet sich in einer saisonbedingten Flaute, das Wachstum im E-Commerce hat sich verlangsamt, und die Exportnachfrage aus Schwellenländern hat sich aufgrund von Währungsabwertungen abgeschwächt.

3. Makroökonomischer und regulatorischer Druck

Das globale Wirtschaftswachstum (prognostiziert auf 2,9 % im Jahr 2026) hat sich verlangsamt, da hohe Inflation und steigende Zinsen die Unternehmensinvestitionen dämpfen. Strenge Regulierungen (EU REACH, US TSCA) und Zollerhöhungen in einigen Schwellenländern haben das Exportwachstum ebenfalls eingeschränkt und den Wettbewerb im Inland sowie den Preisdruck verschärft.

Kurzfristprognose (April–Juni 2026): Volatilität mit leicht abwärtsgerichteter Tendenz

In den kommenden drei Monaten werden die EPS-Preise weiterhin schwanken, aber tendenziell leicht sinken, da Überangebot und schwache Nachfrage anhalten. Zu den wichtigsten Faktoren zählen:
- Rohstoffstützung: Die Styrolpreise könnten sich aufgrund begrenzter Angebotskürzungen und stabiler Rohölpreise moderat erholen (auf 1.050–1.150 US-Dollar/Tonne in Nordostasien), jedoch werden Überkapazitäten die Preissteigerungen begrenzen. - Angebots- und Nachfragedynamik: Das weltweite EPS-Angebot wird weiterhin im Überschuss bestehen; chinesische Hersteller werden die Preise weiter senken, um ihre Lagerbestände abzubauen, wodurch die Exportpreise um weitere 3–5 % fallen werden. Die nachgelagerte Nachfrage wird sich allmählich erholen, bleibt aber schwach, wobei das Baugewerbe und der E-Commerce eine moderate Stütze bieten. - Lagerbestände: Die Lagerbestände der chinesischen Hersteller werden Ende April ihren Höhepunkt erreichen, bevor sie leicht sinken, aber hoch bleiben und so den Preisdruck aufrechterhalten.
Prognostizierte Preisspannen (April–Juni 2026): - China: 6.500–6.900 Yuan/Tonne (Inland); 1.100–1.130 US-Dollar/Tonne (Export) - Südostasien: 920–960 US-Dollar/Tonne (CIF) - Europa: 1.000–1.030 Euro/Tonne (CIF Rotterdam) - Nordamerika: 860–890 US-Dollar/Tonne (FOB)
Wichtigste Risiken: Geopolitische Spannungen könnten die Rohölpreise in die Höhe treiben; stärkere Produktionskürzungen oder eine schneller als erwartete Erholung der Nachfrage könnten den Abwärtstrend umkehren.

Mittelfristige Prognose (Juli–September 2026): Stabilisierung und moderate Erholung

Bis Mitte 2026 werden sich die EPS-Preise stabilisieren und um 8–15 % gegenüber dem Niveau des zweiten Quartals steigen, was auf ein verbessertes Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zurückzuführen ist:
- Anpassungen des Angebots: Große chinesische Hersteller werden ihre Produktionskapazitäten im dritten Quartal um 12–18 % reduzieren, kleinere Anbieter werden den Markt verlassen. Die Lagerbestände werden bis September auf 800.000–900.000 Tonnen sinken, wodurch das Überangebot abgebaut wird. - Erholung der Nachfrage: Juli bis September ist die weltweite Bauhochsaison; die Zahl der Baubeginne in China und Europa wird steigen und die Nachfrage nach Dämmstoffen ankurbeln. Der E-Commerce-Umsatz (Schulbeginn, Weihnachtszeit) wird stark ansteigen und die Verpackungsnachfrage im Jahresvergleich um 12–18 % erhöhen. - Exportwachstum: Die Senkung der RCEP-Zölle und die Stabilisierung der Währungen in Schwellenländern werden die chinesischen EPS-Exporte im Jahresvergleich um 10–15 % steigern. - Unterstützung der Rohstoffpreise: Die Styrolpreise werden in Nordostasien auf 1.200–1.300 US-Dollar pro Tonne steigen und so die Kosten stützen.

Schlussfolgerung und strategische Empfehlungen

Die Rohstoffpreise für EPS werden kurzfristig weiterhin unter Druck stehen, sich aber mittelfristig stabilisieren, sobald sich das Angebot anpasst und die Nachfrage erholt. Für die Beteiligten gilt: – Exporteure sollten sich auf margenstarke Märkte (Europa, Nordamerika) konzentrieren, in denen Qualität Vorrang vor dem Preis hat, und langfristige Verträge abschließen, um Preisschwankungen zu minimieren. – Hersteller sollten ihre Produktionspläne optimieren, um sie an die Nachfragespitzen anzupassen und die Lagerkosten zu senken. – Abnehmer in der Weiterverarbeitung können im zweiten Quartal moderate Beschaffungsmengen in Betracht ziehen, um Preiserhöhungen im dritten Quartal zu vermeiden.
Der Markt für EPS-Rohstoffe befindet sich im Übergang von einer Phase des Überangebots zu einem Gleichgewicht. Die mittelfristige Erholung bietet proaktiven Marktteilnehmern die Möglichkeit, ihre Marktposition zu stärken.



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